Ein neues Messgerät für die Kinderkardiologie ermöglicht mobile Belastungstests bei stark eingeschränkten Patienten.

Für herzkranke Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass sie die Grenzen ihrer körperlichen Belastbarkeit kennen, um das Herz und den Kreislauf nicht zu überfordern. Das spielt beispielsweise eine Rolle, wenn es um die Berufswahl geht oder darum, ob das Kind am Sportunterricht teilnehmen kann.  „Der körperlichen Belastungsuntersuchung kommt in der Betreuung unserer Patienten auch ein hoher diagnostischer Stellenwert zu“, sagt Dr. Winfried Baden, Oberarzt der Kinderkardiologie. Die Untersuchung könne therapiemitentscheidend sein. Beispielsweise wenn es darum gehe, ob eine künstliche Herzklappe notwendig ist.

Bei einigen der jungen Patienten kann das Klinikteam die Belastbarkeit auf dem Laufband oder dem Fahrradergometer messen. Viele aber sind – etwa krankheitsbedingt, nach einer Operation oder wenn eine zusätzliche Behinderung vorliegt – so stark eingeschränkt, dass diese Testverfahren nicht möglich sind. Für sie gibt es nun ein spezielles mobiles Spiroergometriegerät. „Die Kinder machen einen sechsminütigen Gehtest“, erklärt Baden. „Dabei tragen sie eine Art Weste mit einer Analyseeinheit zur Messung der Atmung und der EKG-Ableitung. Die Daten werden dann an einen Rechner übertragen und dort ausgewertet“. Ein weiterer Vorteil des Geräts: Auch Gehpausen sind möglich. „Wenn ein Kind dagegen beim Test auf dem Laufband nicht mehr kann, bricht die Messung ab“, sagt Baden. Die Weste ermöglicht trotzt Pausen eine sehr feine Diagnostik.

Die Anschaffung ermöglicht haben der Verein Hilfe für kranke Kinder e.V. mit 16.000 Euro aus einer Spendenaktion der IGM-Vertrauensleute von Automotive Lighting und der Robert Bosch GmbH in Reutlingen sowie die Elterninitiative herzkranker Kinder (ELHKE), die ebenfalls 16.000 Euro beigesteuert hat.