20. Mai 2026

Ohne Röntgenstrahlen: Beinachsenvermessung wie in Hollywood

Wenn Kinder X- oder O-Beine haben, werden ihre Beine im Rahmen von Kontrolluntersuchungen teilweise mehrmals im Jahr geröntgt. Das kann das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöhen. Dr. Safa Cansi, Bereichsleiter der Kinder- und Jugendorthopädie, forscht jetzt mit Prof. Dr. Veit Wank an einem Verfahren, das die Beinachsenvermessung mit Infrarotkameras strahlenfrei ermöglichen soll.

Die Idee haben sich die Forschenden aus Hollywood abgeschaut. Mit der gleichen Technik, mit der die Trickfilmindustrie Filme animiert, wollen sie die Beinachsen der Kinder erfassen.

Dafür werden mehrere Marker an dem Patienten angebracht. Insgesamt zehn Infrarotkameras erfassen über die Lichtreflexion an den Marken die Beinstellung. Währenddessen bewegt der Patient das Bein, wodurch ein Bewegungsradius aufgenommen wird.  So entsteht eine 3D-Aufnahme der Beine, die potentiell die Röntgenaufnahme ersetzen könnte.

Bisher müssen für eine Beinachsenvermessung drei einzelne Röntgenbilder der unteren Extremitäten erstellt und dann digital zusammengefügt werden. Gerade, wenn mehrere Aufnahmen im Jahr nötig sind, bedeutet das eine hohe Strahlenexposition für die Kinder und Jugendlichen. Dabei sind auch immer ihre Geschlechtsteile einer hohen Strahlenbelastung ausgesetzt, was das Risiko für eine Krebserkrankung erhöhen kann.

Aktuell prüfen die Forschenden die Machbarkeit der neuen Methode. Dazu vergleichen sie die Röntgenbilder der Probanden mit den Aufnahmen der Infrarotkameras. „Wir hoffen, mit dem Verfahren in Zukunft auf Röntgenaufnahmen der Kinder verzichten zu können und sie so weniger häufig den schädlichen Strahlen aussetzen zu müssen“, erklärt Dr. Cansi.

Da das Institut für Sportwissenschaft bereits über die nötige technische Ausstattung verfügt, entstehen die Aufnahmen in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Veit Wank vom Institut.

HILFE FÜR KRANKE KINDER finanziert im Rahmen dieses Forschungsprojekts eine Hiwi-Stelle und einige technische Apparate.

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Während der Messung markieren die Kettlebells die Position der Beine. (Foto: Ann-Sophie Becker)

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