Pädsim-Notfalltraining in der Kinderintensivstation

Um die Qualität der Versorgung schwer kranker Kinder zu optimieren und damit die Sicherheit der kleinen Patienten zu erhöhen, hat sich die Tübinger Kinderklinik ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie hat das bundesweit einzigartige Trainingsprogramm PädSim ins Leben gerufen, mit dem innerhalb eines halben Jahres alle 80 Mitarbeiter der interdisziplinären Kinderintensivstation geschult werden sollen.

Seit September 2007 trainieren medizinisches und pflegendes Personal im Team einmal im Monat ganztägig am Babysimulator. Die High-Tech-Puppe ist mit allen lebenswichtigen Funktionen wie Herzschlag, Atmung und Blutdruck ausgestattet und in einen realistischen klinischen Arbeitsplatz integriert. „Solch eine intensive Schulung in der Pädiatrie gibt es bisher nur bei uns“, stellt der Leiter der interdisziplinären Kinderintensivstation, Dr. Axel Bosk, stolz fest.

Die Akutversorgung von Notfallpatienten – insbesondere von Kindern – stellt Ärzte und Pflegemitarbeiter vor große Herausforderungen: Das Notfallteam steht unter hohem zeitlichem und emotionalem Druck. Außerdem sind Mediziner und Pflegepersonal nicht täglich mit Notfallsituationen konfrontiert und müssen dennoch routiniert handeln. Richtiges Verhalten in der Akutversorgung kann nur schwer geübt werden, denn dazu ist eine möglichst realitätsnahe Atmosphäre erforderlich. Bisherige Schulungskonzepte konnten diesem Zustand nur unzureichend Abhilfe schaffen.

Die interdisziplinäre Kinderintensivstation des Tübinger Universitätsklinikums hat diese Situation erkannt und in Kooperation mit dem Tübinger Patienten-Sicherheits- und Simulationszentrum TüPASS das erste pädiatrische Notfalltraining PädSim entwickelt.

„Bei PädSim handelt es sich nicht um Notfall- oder Reanimationsschulungen im herkömmlichen Sinne, sondern um ein intensives Teamtraining an einem hochmodernen Baby-Simulatorsystem“, erläutert Dr. Marcus Rall, Leiter von TüPASS, der mit seinem Team bereits auf zehn Jahre Erfahrung auf dem Gebiet des medizinischen Simulationstrainings zurückblickt. „Sämtliche Aspekte eines kritischen Zwischenfalls bei der Patientenversorgung werden berücksichtigt und mittels Videoanalyse aufgearbeitet.“

Die Anschubfinanzierung haben der Verein Hilfe für kranke Kinder e.V. und die Stiftung für kranke Kinder Tübingen mit insgesamt 13.000 Euro gefördert.

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Elvira und Hans-Dieter Köhler